PewPewPew - Das Filmblog über Katzen und Pizza

Heute startete die zehnte Staffel von Scrubs, dem Serienrevival mit dem originalen Cast – knapp 17 Jahre nach der eigentlichen Finalfolge. Bisher sind die Kritiken recht positiv und es sieht nicht nach einem kurzen Return aus, sondern ABC hat keine Kosten gespart: Das vertraute Sacret Heart Krankenhaus wurde penibel genau rekonstruiert für die Serie, denn der alte Drehort wurde zwischenzeitlich abgerissen. Zach Braff führt uns oben im Video für Architectural Digest herum und während das schon teilweise technisch sehr spannend und beeindruckend ist (auch die kleinen Easter Eggs wie die Sam Lloyd Bar kriegen ein Herz von mir!), bleibt die Frage warum und ob das alles nicht ein bisschen traurig ist. Ich werde mich demnächst mal trauen, reinzuschauen und es für mich selbst herauszufinden.

Wie schon in meinem Post zum Teaser vermutet geht die fünfte Staffel For All Mankind all in on Earth vs. Mars. Nachdem sich die Kolonialisten um Ed und Dev den Billionen-Asteroiden schnappten und ins Mars-Orbit brachten, floriert dort die Wirtschaft und der Aufbau – gleichzeitig führte dieser Move zu krassen Spannungen zwischen den Planeten und einer Separatismusbewegung auf dem roten. Dies kommt nun alles zusammen in einem Kampf um Unabhängigkeit einer autarken Marsgesellschaft und in der Mitte: Eds Enkel Alex Poletov, der erste Marsianer. Dazu gibt es ein passendes Poster im Full Metal Jacket-Style. Geil – Viva la Revolution!

Ein bisschen Inside-Baseball für eingeweihte Fans: (weiterlesen…)

Die moderne Creepypasta-Sage um die Backrooms, ein Ort in den man mit Videospiellogik aus der Realität glitchen kann und der sich unendlich in unterschiedlichen Formen ausbreitet, beschäftigt mich schon lange. Dank der menschlichen Reaktion mit Unbehagen auf diese liminal spaces entsteht auch ganz ohne Monster ein horrorhafter Grauen. In gewisser Weise kollidiert hier unser menschliche Erfahrung mit der Unendlichkeit und Unerklärlichkeit unseres Universums; die Existenz in diesen Schwellenräumen treibt die Figuren, die in ihnen verschollen sind, dann langsam in den Wahnsinn. In einer Folge der Kulturindustrie haben wir uns diesem Thema näher beschäftigt.

Die Backrooms gewannen als Konzept im Laufe der Jahre an Popularität und es entstanden unterschiedliche Levels. Als Teil des übergeordneten SCP-Storytellings mit mehreren Autoren sind die Backrooms ein Open-Canon-Projekt, d.h. jeder kann etwas hinzufügen. Der Ursprung der Backrooms war ein Foto eines leeren Büroraums auf 4chan. Die Wände waren alle in einer altmodischen Tapete eingekleidet, es gab einen alten, braunen Teppichboden, Einbauwände, die nicht zur Decke reichten, die Leuchtröhren an der Decke tauchten alles in ein fahles, gelbes Licht. Der Ort wirkte unwirklich und dazu machte ein ikonischer Greentext den Lore perfekt: Hier bist du gefangen, die Wände erschrecken sich Millionen Quadratkilometer weit und womöglich bist du doch nicht ganz so alleine, wie du denkst.

Das Foto war auch so ikonisch, weil es zunächst keine Originalquelle gab. Bis heute ist durch die gelöschten Archive nicht ganz klar, wann der Bild zum ersten Mal auftauchte. Dieser Lost Media Hauch verlieh diesem SCP natürlich eine besondere Note. Erst vor knapp zwei Jahren fand man das Originalbild: es stammt aus dem Jahr 2003 und es handelt sich um einer Halle in Wisconsin, die für eine RC Car Rennstrecke renoviert werden sollte. Derweil hatte sich um die Backrooms ein riesiger Hype entwickelt, der zum Erfolg führen sollte. Dahinter steckte der junge Filmemacher Kane Parsons, der mit einem Kurzfilm über die Backrooms viral ging. Parsons baute die Backrooms täuschend echt in Blender nach und verband den damals sehr populären Analog-Horor-Vibe mit der ikonischen Creepypasta. Bis heute zählte das Video 71 Millionen Aufrufe.

Parsons Erfolg animierte andere Kreative und seitdem spawnte dieses neue Interesse mehrere Onlineserien und Videospiele. Und auch einen A24-Film, der diesen Mai im Kino laufen wird – gedreht von Parsons selbst. Der inzwischen gerade mal 20-jährige Regisseur hat dafür Chiwetel Ejiofor, Renate Reinsve, Mark Duplass, Finn Bennett und Lukita Maxwell vor die Kamera gekriegt und der erste Teaser ist in mehrfacher Hinsicht großartig. 

Zunächst wäre da der Fakt, dass die unterschiedlichen Ebenen hier allesamt mit Blender produziert worden – bis auf die letzte, finale Einstellung, die das gebaute Live-Action-Set des Films zeigt. Das digitale Internetphänomen wird hier somit real und greifbar für eine breite Masse. Das ist ein ziemlich cleveren Kniff!

Auch die Erzählung im Teaser setzt schon neue Maßstäbe. Während die meisten Backrooms-Shorts entweder ein Monster hatten oder entlos lange Welten zeigten, in die man hineinglitcht, wird hier das Lore umgedichtet: Die Backrooms sind ein Schwellenraum, der sich manchen Leuten öffnet – und der Erzähler kam auch wieder heraus! Das geschah so bisher nur in wenigen Ausnahmen. Auch die Erklärung für den Ort selbst hebt dieses Projekt auf eine neue Ebene: “This place builts them. Actually, more like it remembers them. And the more times it remembers something, the less it does.” So ähnlich sahen auch andere Autoren den Ursprung dieser Welten, doch die Prägnanz des Drehbuchs hier hat eben Hollywood-Niveau.

Es wird sehr spannend sein, wie Parsons und das kreative Team, das ihn hier unterstützt hat, dieses langjährige Gemeinschaftsprojekt durch eine singuläre Vision interpretiert und popkulturell in Form gießen wird. Meine Hoffnung ist, dass der Film auf Monster verzichten wird und den Creepiness-Faktor dem Liminal Space überlässt. So oder so freue ich mich aber auf diesen Film. Hätte ich nichts vorher gewusst, hätte mich dieser Teaser ins Orbit genuket, glaube ich. Großartig!

Drei Jahre nach unserem Podcast zu Avatar: The Way of Water bin ich im PewCast wieder mit Nikolas vereint, um über James Camerons neues Meisterwerk zu sprechen. Doch, Moment! Kann man das noch so stehenlassen? Über Jahre steigerten wir uns im Groupchat gemeinsam mit unserem Na’vi-Bro Phil in den Hype um Avatar: Fire and Ash hinein, um am Ende vielleicht doch etwas enttäuscht – auf hohem Niveau – aus dem Kino zu gehen. Was ist da passiert?

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Shownotes:
Bildquellen: © Walt Disney Company Germany
PewPewPew: James Cameron erzählt mehr über die Windhändler Pandoras

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MP3: pewcast173.mp3 (98 MB)
Soundcloud: PewCast 173: Avatar: Fire and Ash
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Podcast-Feed: https://feeds.feedburner.com/pewcast

Am 13. März kommt die 4K Remaster von Kiki’s Delivery Service in IMAX-Kinos. Die Aktion ist erst auf die USA begrenzt, wird aber höchstwahrscheinlich dem Zeitplan von Princess Mononoke im letzten Jahr folgen, d.h. zuerst nordamerikanische Kinos, dann später in diesem Jahr langsam auf andere Länder ausgeweitet. Letzte Woche lief der Film in ausgewählten Kinos dann hier in Deutschland.

Begleitet wurde die Ankündigung mit diesem wunderschönen Aquarell-Poster. Dare I say it? Miyazaki’ best!

LEGOs Smart Bricks sind ein Desaster

23 Feb, 2026 · Sascha · Toys · Comments

LEGO kündigte vor einem Monat eine neue Reihe an Sets an, die besondere Klemmbausteine mit Soundeffekten einführen. Diese Steine können miteinander agieren und für interaktive und zusammengeschaltete Spielmomente sorgen.

Nun sind die Sets aus der Star Wars Themenreihe erschienen und – nun, hört am besten selbst rein.

Ich war in meinem Ersteindruck wohl noch zu positiv, denn das ist ein echtes Desaster. Wenngleich die Technologie dahinter vielleicht Potenzial in besser desigten Modellen hätte und hier zumindest technisch problemlos funktioniert, kann das nicht über die miese Qualität dieser ikonischen Sounds hinwegtäuschen. Das ist in meinen Augen wirklich der krasseste Fehltritt in einer längeren Reihe an fehlgeschlagenen Ideen des Konzerns. Ich prophezeie, dass das so schnell wieder verschwinden wird, wie es gekommen ist.

Far Caspian – Live at Leeds Museum

22 Feb, 2026 · Sascha · Musik · Comments

Wie schon fürs Debütalbum Ways To Get Out spielt Far Caspian einmal für die Kameras live das komplette neue Album. Autofiction mochte ich sehr, ein fantastischer Followup, und wie hier ein Track in den anderen überfließt und die Live-Performance diesen fuzzy Sound noch verstärkt, finde ich einfach krass. Das ist genau mein Wetter. Habe mir das komplette Ding jetzt schon drei Mal reinzogen in den letzten beiden Tag, ein absolutes BRETT!

Musikvideo: Angel Olsen – Sister

21 Feb, 2026 · Sascha · Musik · Comments

All my life I thought I’d change…